Die Zeit kurz nach dem Sonnenuntergang nennt sich „blaue Stunde“. Sie beginnt, so bald die Sonne hinter dem Horizont verschwunden ist und dauert in unseren Breitengraden zwischen 30 und 60 Minuten. Dabei taucht das einfallende Sonnenlicht den Himmel und die gesamte Umgebung in ein sehr schönes blau, währenddessen am Boden langsam die Nacht heranbricht. Besonders interessant finde ich dieses Phänomen in Städten, da sich hier durch die einsetzende Beleuchtung an Straßen oder Gebäuden interessante Kontraste und Motive ergeben. Da der Zeitraum der blauen Stunde überschaubar lang ist, kann ich nur jedem empfehlen, sich dieses Schauspiel einmal anzuschauen und auf sich wirken zu lassen.
Die blaue Stunde kann man übrigens auch am Morgen vor Sonnenaufgang beobachten. Dann ist allerdings (zumindest in den Sommermonaten) früh aufstehen angesagt.

Ist die Sonne hinter dem Horizont verschwunden und der letzte Sonnenstrahl durch die Dunkelheit der Nacht verdrängt, beginnt die Zeit der Nachtfotografie. Auch in sehr dunklen Nächten gibt es unzählige Motive, die von der Kamera eingefangen werden können. Mich persönlich fasziniert insbesondere der Nachthimmel. Millionen von Welten schauen auf einen herab und warten darauf in Szene gesetzt zu werden.

In den kurzen Sommernächten im Juli und August zeigt sich in unseren Breitengraden sehr schön die Milchstraße am nächtlichen Himmel. Aber auch in einer klaren, kalten Winternacht kann man tolle Aufnahmen machen. Leider ist es aufgrund der hohen Lichtverschmutzung in Deutschland nicht immer ganz einfach, einen klaren Sternenhimmel vor die Kamera zu bekommen. Im Schnitt gibt es nur eine Handvoll Nächte im Jahr, wo der Himmel nachts wolkenlos und insbesondere auch frei von Dunst oder hohen Schleierwolken ist. Diese Nächte sollte man unbedingt nutzen. In Hessen eigen sich z.B. der Sternenpark Rhön oder auch einige Orte im Taunus für solche Aufnahmen. Hier ist es noch vergleichsweise dunkel, sodass man den Himmel fast uneingeschränkt betrachten kann.

Im November 2017 war ich zum zweiten Mal in Norwegen, genauer gesagt in der Stadt Tromsø zu Besuch. Das kleine Städtchen nördlich des Polarkreises eignet sich sehr gut als Ausgangspunkt für Polarlichtexpeditionen. Aus Deutschland Tromsø gut mit dem Flugzeug zu erreichen und mit einem Mietwagen lassen sich die Stadt, sowie die Umgebung sehr gut erkunden.

Im November ist es in Tromsø bereits den größten Teil des Tages dunkel. Die Sonne scheint nur etwa von 09:00 – 13:00 Uhr. Davor und danach gibt es eine Dämmerungsphase, die deutlich länger ist als in Deutschland, sodass man hier sehr schön Aufnahmen in der blauen Stunde machen kann. Hier kann ich nur jedem Empfehlen, einmal auf den Hausberg „Storsteinen“ zu fahren. Die Seilbahn Fjellheisen (https://fjellheisen.no/de/) fährt einen etwa alle halbe Stunde dort hoch. Der Ausblick lohnt sich auf jeden Fall, das Wetter muss allerdings entsprechend gut sein. Dick anziehen und Spicks für die Schuhe nicht vergessen!

Highlight der Tour waren jedoch die Polarlichter. Neben ein paar eigenen Versuchen Polarlichter aufzunehmen, haben wir uns außerdem einer geführten Tour angeschlossen. Diese sind zwar nicht ganz billig, die Guides haben aber i.d.R. reichlich Erfahrung mit Stellen, an denen man Polarlichter sichten kann. Auch bei den Kameraeinstellungen helfen sie einem gerne. So konnten wir am letzten Tag bei Kaffee, Kuchen und Marshmallows am Lagerfeuer ein Feuerwerk am Himmel genießen. Ein superschöner Abschluss meines zweiten Norwegen Besuches 🙂

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Claas-Malte Sturm
65207 Wiesbaden

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